Gesundheitstipp
für Februar

Haarpflege von innen und außen

Sie kennen sicher auch noch das Schönheitsrezept unserer Großmütter – die berühmten 100 Bürstenstriche am Tag für glänzende und gepflegte Haare. Heute scheint ohne "Kräuterextrakt", "Seidenprotein" und "Kaschmir-Formel" kein Shampoo und keine Spülung mehr gut genug zu sein, unseren Ansprüchen zu genügen.

Das Haar soll glänzen, Volumen haben, gut duften, in krause Locken fallen oder als Strähnchen abstehen … es scheint auch für jeden Wunsch ein entsprechendes Mittel in den Verkaufsregalen vorhanden zu sein. Aber was ist eigentlich enthalten in all den Shampoos und Spülungen und Haarkuren? Sind nicht manche Inhaltsstoffe potentiell schädlich oder zumindest unnütz? Was können Sie wirklich tun für gesunde und gepflegte Haare?

Waschen

Wirklich schmutzig wird das Haar heute nur noch selten, das Haar in der Suppe sollte deshalb keine Aufregung mehr auslösen. Für eine gesunde Kopfhaut und natürliche Pflege ist es wichtig, nicht zu häufig die Haare zu waschen und beim Shampoo gilt: weniger ist mehr. Beim Ausspülen ruhig kühleres Wasser verwenden, damit sich das aufquellende Haar wieder ein wenig zusammenzieht. Durch ein regelmäßiges Massieren der Kopfhaut wird die Durchblutung angeregt, was gut für das Haarwachstum ist.

Shampoos sind heutzutage hochentwickelte Industrieprodukte und anders als früher, entfernen sie Fett und Schmutz nicht mit Seife, sondern mit künstlich hergestellten Tensiden, die nicht einmal schäumen müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. Den Schaum wünschen die Verbraucher, weil er einfach erwartet wird und ein gutes Gefühl gibt. Die Mischung verschiedener Tenside ermöglicht eine genaue Einstellung, wie gründlich oder wie mild ein Shampoo ist. Auch Duftstoffe oder hautpflegende Substanzen sind beliebt*.

Ein schonendes Shampoo sollte keine Silikone aufweisen. Silikone im Shampoo sind beliebt, weil sie das Haar mit einem glatten Film umgeben. Dadurch wird es leichter kämmbar und geschmeidiger. Allerdings wird man die Silikone nur schwer wieder los, auf die Dauer wird das Haar schwerer und verliert Volumen. Die neueren Shampoos mit leichten Silikonölen sollen dem entgegenwirken und sogar nur das nasse Haar leichter kämmbar machen und alsdann verdunsten. Allerdings stehen Silikone im Verdacht, Allergien auszulösen. Wer sicher gehen will, sollte beim Shampoo-Kauf besser Produkte ohne Silikone wählen.

Schönheitspflege

Pflege für Glanz und Volumen

Wenn die Haare fein glänzen, zeigen sie Vitalität und Gepflegtheit. Mit einfachen Hausmitteln lässt sich Glanz ins Haar zaubern.

  • Apfelessig
    Spülen Sie das Haar nach dem waschen mit einem Liter lauwarmem Wasser, dem Sie 200 Milliliter Apfelessig zugemischt haben. Bei empfindlicher Kopfhaut ist Essig aber nicht geeignet.
  • Grüner Tee oder Lindenblütentee aus der Apotheke
    Drei Teebeutel oder drei Teelöffel loser Grüner Tee werden mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen. Nachdem der Tee eine viertel Stunde lang gezogen hat, abseihen und etwas abkühlen lassen. Dann als Spülung verwenden und nicht mehr auswaschen. Der Grüne Tee verleiht den Haaren Glanz und gleicht leichte Strukturschäden aus.
  • Eigelb
    Ein Eigelb verrühren und dann auf den gewaschenen Haaren verteilen. Diese Kur sollte nach etwa 30 Minuten ausgewaschen werden und hilft gegen stumpfes Haar.
  • Olivenöl
    Einen Esslöffel Olivenöl mit einem Teelöffel Zitronensaft, einem Eigelb und 2 cl Bier vermischen und ins feuchte, gewaschene Haar einmassieren. Nach einer viertel Stunde mit reichlich lauwarmem Wasser auswaschen für Glanz und Volumen!

Pflege geschädigter Haare

Spliss und brüchiges Haar kann man nicht heilen, da hilft nur ein Neuschnitt. Man kann jedoch die sichtbaren Schäden äußerlich mildern und weitere Strapazen für die Haare vermeiden.

  • Haare nicht täglich waschen.
  • Nicht trocken rubbeln, das strapaziert die Haare unnötig.
  • Auf Föhnen, Lockenstab oder Glätteisen verzichten.
  • Kämmen mit Naturborsten.
  • Einmal pro Woche eine Haarkur anwenden.
    Zum Beispiel mit einer cremigen Masse aus einem Eigelb, einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel Olivenöl. Diese nach dem Waschen ins Haar geben und mit einem angewärmten Handtuch um den Kopf eine Stunde einwirken lassen. Anschließend mit reichlich Wasser ausspülen.

Pflege fettiger Haare

Heilerde aus der Apotheke ist vielseitig einsetzbar, auch für die Pflege von fettigem Haar, denn Heilerde kann dem Haar das Fett entziehen. Aus Heilerde und lauwarmem Wasser einmal pro Woche einen Brei anrühren und auf der Kopfhaut verteilen. Nach zwanzig Minuten auswaschen.

Pflege trockener Haare

Ein vielseitig einsetzbares Öl ist das Kokosöl, welches mit seiner molekularen Struktur schnell in die Kopfhaut und die Haarfollikel eindringt und dort die Nährstoffzufuhr verbessern kann.

Auch antibakterielle und pilztötende Eigenschaften werden dem Kokosöl zugeschrieben. Pilzansiedlungen wie etwa Candida und anderen infektiösen Erregern wird auf diese Weise der Garaus gemacht.

Wärmen Sie einen Esslöffel Kokosöl in der Hand bis das Öl flüssig wird. Massieren Sie es in das trockene Haar und lassen Sie es mindestens zwei Stunden einwirken. Anschließend waschen Sie das Haar mit einem milden Shampoo.

Ernährung

Ist das Haar erst mal auf der Kopfhaut zum Vorschein gekommen, handelt es sich nur um totes Keratin, umhüllt von einer dünnen Schicht aus Hornschuppen. Diese Materie nimmt keine Nährstoffe oder Vitamine mehr auf. Auch von der Körpergesundheit her kann die Haarstruktur nicht weiter beeinflusst werden.

Die Haarproduktion im Inneren allerdings kann durch Krankheit, Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Mangelernährung beeinflusst werden. So sind Haare dann doch ein Spiegel der Gesundheit des Körpers. Hier kann aber ein Shampoo nicht helfen, weil allein schon die Kontaktzeit und die Konzentration der Wirkstoffe zu gering sind.

Spurenelemente

Eine gesunde Haarentwicklung wird durch verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente gefördert. Ein Mineralstoffmangel kann zu Haarausfall führen. Wichtige Spurenelemente sind Jod, Selen, Zink und Kieselsäure.

  • Jod
    Gesunde Haare brauchen Jod zum Wachsen. Das Spurenelement Jod unterstützt vor allem die Schilddrüsenfunktion, ein Jodmangel kann auch zu Haarausfall beitragen.
    Reich an Jod sind Fisch, Algen und Seetang, auch hochwertiges Meersalz ist ein idealer Jod-Lieferant.
  • Selen
    Selen ist ein Spurenelement, das der Körper in kleinen aber lebenswichtigen Mengen benötigt, unter anderem, um Herzerkrankungen vorzubeugen. Ein Mangel an Selen kann auch zu einem mangelhaften Haarwuchs beitragen.
    Gute Selen-Lieferanten sind Nüsse, brauner Reis oder Hirse. Selen sollte man ausschließlich in natürlicher Form zu sich zu nehmen, um eine Überdosierung zu vermeiden.
  • Zink
    Keratin und Kollagen, welche wichtige Bestandteile der Haut, der Haare und der Nägel sind, können nicht ohne das Spurenelement Zink gebildet werden. In den Haarfollikeln, den kleinen Einstülpungen der Haut, in denen die Haarwurzel gebildet wird, wird Zink für die richtige Funktionsweise benötigt.
    Zinkreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Hülsenfrüchte und Nüsse.
  • Kieselsäure
    Auch Kieselsäure wirkt sich positiv auf das Haarwachstum aus, ebenso auf die Haardicke, und ist generell ein gutes Mittel für Haut, Haare, Nägel, Knochen und Knorpel. Die kontinuierliche Einnahme eines Kieselsäure-Gels über mehrere Monate hilft von innen heraus eine gesunde Haarstruktur zu erhalten.
  • Mineralstoffe
    Calcium und Magnesium kennt man als wichtige Elemente für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Die Haarfollikel benötigen für das Haarwachstum ebenfalls Calcium und Magnesium. Verfügt der Körper aus der aufgenommenen Nahrung nicht über genügend Calcium, entzieht er dem Haarboden, den Knochen oder den Zähnen Calcium, um lebenswichtige Prozesse aufrecht zu erhalten.
    Haarausfall kann also eine Folge von Calcium-Mangel sein. Gute Calcium-Lieferanten sind Kohl, Spinat oder auch Mandeln, Nüsse, Sesam, Leinsamen und Hirse.

Übrigens:

Die berühmten 100 Bürstenstriche damals sorgten dafür, dass Dreck und Staub ausgebürstet wurden und sich der überschüssige Talg gut im ganzen Haar verteilte. So wurden die Haare gepflegt und glänzten. Auch wenn das heutzutage nicht mehr genügt, brauchen Sie für gesundes und schönes Haar nicht zwangsläufig viel Geld für teure Produkte ausgeben. Mit einer gesunden Ernährung und einigen bewährten Hausmitteln können Sie Ihrem Traum von der schönen Haarpracht ein gutes Stück näher kommen.

* In Ihrer mea-Apotheke finden Sie zum Beispiel das mea-samtweich-Shampoo mit fruchtigem Duft für alle Haartypen. Siehe auch unter mea-Marken samtweich Körperpflege.